Vielleicht stellt man sich irgendwann die Frage, wie jemand auf die Idee kommen kann, meterlange Baumstämme zu werfen, Steine zu schleudern oder Berge möglichst schnell rauf und wieder runter zu laufen. Die Antwort liegt, wie Vieles der schottischen Geschichte, im Dunkeln, bzw. den schottischen Nebeln verborgen...
Eine Theorie geht auf die kriegerische Vergangenheit zwischen England und Schottland zurück. So war es den Schotten wegen einer Vielzahl von Aufständen gegen die englischen Besatzer teilweise untersagt, Waffen zu tragen. Um dennoch für den Kampf zu trainieren, wurden Wettkämpfe veranstaltet, bei denen statt Waffen Alltagsgegenstände verwendet wurden: Eben Baumstämme, Steine oder Heugabeln beispielsweise, mit denen ein Strohbündel möglichst weit oder hoch über ein Hindernis geworfen wurde.
Etwas mehr Details kennt eine andere Geschichte zum Beginn dieser heute so lebendigen Tradition der Highland Games: Der schottische König Malcom III. (1054-1093 n.Chr.) richtete im 11.Jahrhundert sportliche Wettkämpfe in "Braes of Mar" aus, um die besten Männer für seine Leibgarde herauszufinden. Besonders honoriert wurde der Gewinner des Laufs auf den Berg Craig Choinich: Er wurde der persönliche Botenläufer des Königs und erhielt den Baldric (Gürtel mit königlicher Schnalle) als Auszeichnung.
Woran damals mit Sicherheit niemand gerechnet hat: Noch heute gibt es jährlich im September die "Braemar Highland Games and Gathering", bei denen natürlich auch der Gipfellauf nicht fehlt. Ihnen wohnte im Jahre 1848 auch die schottlandbegeisterte Königin Victoria von England bei, die die Spiele fortan sehr unterstützte und somit für ihre Popularität sorgte. Noch heute stehen die Breamar Gatherings unter Schirmherrschaft der Queen, die ihnen auch immer eine Stunde beiwohnt.